Governance · Regelwerk v3.4

Die 29 Regeln.

Jede Übersetzung trifft Entscheidungen. Die meisten verbergen sie. Wir haben unsere aufgeschrieben.

Die Hauptdirektive

Wenn eine Regel mit diesen vier Prinzipien kollidiert, gewinnen die Prinzipien.

i

Wenn der Originaltext komplex ist, behalten wir ihn komplex.

ii

Wenn der Originaltext mehrdeutig ist, behalten wir ihn mehrdeutig.

iii

Wir fügen keine Wörter hinzu, die der Quelltext nicht sagt — es sei denn, die Zielsprache kann ohne sie keinen Satz bilden.

iv

Wenn wir ein Wort hinzufügen, kennzeichnen wir es, damit Sie es sehen können.

/

Regeln in Aktion

Einige, konkret gemacht

Regel 1 · Kontrollierte lexikalische Konsistenz

Hebräisch אֶרֶץ (eretz) immer → 'Land.' Griechisch ἐκκλησία (ekklesia) → 'Versammlung,' nicht 'Kirche.'

Regel 2 · Ambiguität bewahren

Hebräisch רוּחַ (ruach) → 'Wind/Geist.' Griechisch πίστις (pistis) → 'Vertrauen/Treue.'

Regel 3 · Importierte Theologie vermeiden

Hebräisch: 'Himmel' nicht 'Himmelreich.' Griechisch: 'Versammlung' nicht 'Kirche.' 'Gute Nachricht' nicht 'Evangelium.'

Regel 11 · Alle Hinzufügungen kennzeichnen

'Und Gott sah, dass es gut war' — Kursivschrift zeigt, dass 'es' und 'war' für die deutsche Grammatik hinzugefügt wurden.

Regel 25 · Gottesname-Politik

JHWH — weil das die hebräischen Konsonanten sind. Die Vokale wurden nie geschrieben.

29

Der vollständige Satz

Alle 29 Regeln

01
Kontrollierte lexikalische Konsistenz
Gleiches Quellwort → gleiche Übersetzung, standardmäßig.
02
Ambiguität bewahren
Wenn der Quelltext zwei Bedeutungen unterstützt, beide bewahren.
03
Importierte Theologie vermeiden
Keine späteren Konzepte einschmuggeln, die nicht im Quelltext stehen.
04
Transliterationsschwelle
Transliterieren, wenn Übersetzung eine einzige Lesart aufzwingen würde.
05
Gesperrtes Glossar
Kernbegriffe projektübergreifend festgelegt.
06
Quelltext-Vorrang
Wenn Traditionen kollidieren, regiert der Quelltext.
07
Gesperrte Formeln
Wiederkehrende Wendungen jedes Mal identisch wiedergegeben.
08
Treue zum Verbsystem
Tempus, Aspekt und Diathese des Quelltextes bewahren.
09
Vav conversivum / Griechischer Aspekt
Verbalsysteme der Ausgangssprache transparent behandeln.
10
Registerkonsistenz
Einheitliches sprachliches Register beibehalten.
11
Alle Hinzufügungen kennzeichnen
Jedes Wort markieren, das nicht im Quelltext steht.
12
Strukturelle Entsprechung
Satzstruktur des Quelltextes möglichst bewahren.
13
Unsicherheitsstufen
Umstrittene Begriffe mit Konfidenz-Etiketten versehen.
14
Wortspiele und Querverweise
Klangmuster und textliche Echos vermerken.
15
Vorlese-Test
Die Übersetzung muss beim Vorlesen funktionieren.
16
Sprachübergreifende Abstimmung
Alle 4 Zielsprachen geben denselben Quelltext konsistent wieder.
17
Konsistenz bei Parallelstellen
Gleiche Quellstelle → gleiche Wiedergabe über Bücher hinweg.
18
Zahlentreue
Zahlen des Quelltextes wiedergeben, ohne zu modernisieren.
19
Prioritätsauflösung
Bei Regelkonflikten gilt eine explizite Rangfolge.
20
Poetische Struktur
Parallelismus und poetische Form bewahren.
21
Kein eingeschmuggelter Kommentar
Kommentar gehört in die Anmerkungen, nicht in die Übersetzung.
22
Textkritische Zurückhaltung
Grundtext übersetzen; Varianten vermerken, nicht stillschweigend übernehmen.
23
Gattungssensibilität
Die Gattung jeder Passage respektieren.
24
Editions-Identität
Transparente vs. Leser-Ausgabe, explizit deklariert.
25
Gottesname-Politik
Tetragrammaton gemäß deklarierter Richtlinie wiedergegeben.
26
Varianten-Apparat
Signifikante Varianten im Begleitmaterial vermerkt.
27
Formatierungsstandards
Einheitliche typografische Konventionen.
28
Überprüfung und Freigabe
Kein Vers wird ohne dokumentierte Überprüfung veröffentlicht.
29
Kontextuelle Anreicherung
Begleitmaterial in separaten Dateien, nach Typ und Konfidenz gekennzeichnet.